Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und er spannt euch mit seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Khalil Gibran

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass das "Erziehen" eines Kindes einem manchmal an die Grenze des Belastbaren bringt. In all den Jahren ist mir immer mehr bewusst geworden, dass ich mein Kind nicht erziehen kann, ich kann es nur begleiten und unterstützen auf seinem Lebensweg.

 

In dem Gedicht von Khalil Gibran ist folgende Passage sehr treffend:

.... ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken.

 

Wir versuchen (natürlich unbewusst) durch unsere Gedanken, die aus vielen Ängsten bestehen, auf sie einzuwirken:

"Was soll aus dir werden, wenn du nichts lernst!"

"Setze die Haube auf, du wirst dich noch verkühlen!"

"Pass auf, du wirst dir noch weh tun!"

"Deine Freunde sind nicht der richtige Umgang für dich"

"Wenn du nicht brav ist, bekommst du Fernsehverbot und Hausarrest!"

"Solange du in meinem Haus wohnst, wird getan, was ich verlange!"

"Eine gesunde Watschen schadet nie!"

"Du bist so extrem schlampig und faul!"

 

Wir dürfen lernen unseren Kindern nicht zuviel angsterfüllte Gedanken aufzuladen.

 

Ich unterstütze Sie dabei Ihre Gefühle hinter Ihren Gedanken, die Ihr Kind betreffen, zu erforschen und gemeinsam werden wir nachspüren, wie es Ihrem Kind mit dieser Situation und mit Ihnen geht und welche Lösungsansätze es für ein gutes Miteinander gibt.